Diese Dokumente stammen aus dem Stadtarchiv Erlangen und betreffen ein Baugesuch des Schlossermeisters Johann Peter Ganßer aus dem Jahr 1837. Das war kurz nachdem er auch die untere Hälfte des Hauses gekauft hatte. Es geht um die bauliche Veränderung der Werkstatt im Haus Nr. 767 (heute Hauptstraße 109), die ganz sicher im gerade erworbenen Erdgeschoß war.
Hier wird sein Name übrigens mit ß geschrieben, statt mit z, wie in den bisherigen Unterlagen.




Hier die Transkription der wichtigsten Passagen der Bauakte aus dem Erlanger Stadtarchiv:
Seite 2: Das Gesuch
Geschehen Erlangen den 19. Janr. 1837
Erscheint der Schlossermeister Joh. Peter Ganßer Hs. Nr. 767, und bringt vor:
Ich beabsichtige diejenige Kammer, welche sich neben meiner Werkstätte befindet mit letzterer zu verbinden, wodurch es nothwendig wird, daß die Kammerwand umgelegt resp. abgetragen wird. Eben so soll in der Werkstätte auch ein neuer Fensterstock eingerichtet werden.
Zu diesem Vorhaben erbitte ich mir die polizeiliche Genehmigung.
l. s. v. (gelesen, genehmigt, vollzogen)
Johann Peter Ganßer
[Links am Rand:]
Herrn Bauinspektor Thaler zur Besichtigung und Begutachtung.
Erlangen am 23. Janr. 1837
Stadtmagistrat
[Unterschriften]
Seite 3: Gutachten und Beschluss
Gegen den Bau welche der Schlossermeister Ganßer dahin beabsichtigt auszuführen ist folgendes zu bemerken:
Die beiden Scheidewände in der Kammer und Werkstätte sind ohne Gefahr heraus zu nehmen, und die hintere Kamerwand ist mit 4 Fuß zu verlängern, und die kleine Decke welche zwischen dem Haus und der Werkstätte eingezogen werden muß, ist zu (unleserlich).
Dadurch erhält die Werkstätte mehr Raum und ist die Feuer-Gefahr dadurch beseitigt. Was die Symmetrie antrift so ist der Bau im Hof und ist keine Rücksicht darauf zu nehmen, indem ein Fenster anstatt dem Gang, eingerichtet wird.
Erlangen den 27.1.37
Concl. ad N. 3833 / 303.
Dem Schlossermeister Ganßer wird die nachgesuchte Bauveränderung in seinem Hause durch Herausnahme einer Mauer zur Vergrößerung seiner Werkstätte hiermit gestattet.
Erlangen den 2. Febr. 1837.
Stadtmagistrat
[Unterschriften]
Seite 4: Eröffnung des Bescheids
Geschehen Erlangen den 6. Febr. 1837
Dem vorgeladenen Schlossermeister Ganßer wurde der Beschluß vom 2. l. M. (laufenden Monats) laut Notiz eröffnet.
l. s. v.
Johann Peter Ganßer
[Links unten:]
Nach erfolgter Vormerkung im veränderlichen Verzeichnisse ad acta.
Erlangen 8. Febr. 1837.
[Handzeichen/Unterschrift]
Zusammenfassung
Der Schlossermeister Johann Peter Ganßer wollte seine Werkstatt vergrößern, indem er eine Trennwand zu einer benachbarten Kammer entfernte. Zudem sollte ein Tor durch ein Fenster ersetzt werden. Der Bauinspektor Thaler befürwortete dies, da durch die Entfernung der Wand wohl auch die Feuergefahr verringert wurde.
Der Stadtmagistrat genehmigte das Vorhaben Anfang Februar 1837.
Interessant: Die positive Entscheidung wurde damals offenbar nicht schriftlich gegeben, sondern bei erneuter Vorladung mündlich mitgeteilt. Diese Mitteilung wurde aber in den amtlichen Akten vermerkt und vom Antragsteller unterschrieben.


