1881/1890 Savinis geben 2/3 Ackerflächen auf

Wieder werden im Grundsteuer-Kataster Veränderungen beim Besitz der Savinis registriert. Ein Neubau wird 1877 aufgeführt. Das bezieht sich sicher auf die im Hof errichtete Schlosserwerkstatt.
Als Abgang werden landwirtschaftlich genutzte Äcker genannt. Diese Dokumente stammen wieder aus dem Staatsarchiv Nürnberg.

Hier wieder die Inhalte der 3 Dokumente:

Seite 1: Übersicht

Grundsteuer-Kataster-Umschreibheft.
Polizeibezirk: Erlangen
Rentamtsbezirk: Erlangen
Steuergemeinde: Erlangen
Haus-Nummer: 767 a in Erlangen (mit dem handschriftlichen Vermerk: neu 109 Hauptstraße)

Besitzer: Savini Georg Hanibal und dessen Ehefrau

BezeichnungUmschreib-Kataster FoliumDatum (Tag/Monat/Jahr)
Neubau1737 /2III. Qutl 1879
Abgang1737 /4II. Qutl. 1881

Hausnummern-Klärung: Das Dokument bestätigt, dass die alte Nummer 767 a zur Hauptstraße 109 wurde. Neubau 1877: Es wurde im III. Quartal 1879 ein Neubau auf dem Grundstück vermerkt. Damit ist sicher der Neubau der Werkstatt im Hof von Hauptstr. 109 gemeint
Abgang 1881: Der Vermerk „Abgang“ im Februar 1881 markiert eine Veränderung im Steuerbestand, die weiter unten beschreiben wird.

Seite 2: Abgänge

Dieses Dokument führt die Besitzgeschichte für die Hausnummer 767 in Erlangen auf Seite 1737 1/2 weiter und dokumentiert vor allem den „Abgang“ (Verkauf) von Grundstücksteilen.

Haus-Nummer 767 in Erlangen.

Erster Abschnitt (Stand 1822)

Hier werden die ursprünglichen Flächen aufgeführt, die zum Besitz gehörten:

  • Plan-Nummer 2103: im Stubenloh (Kulturart: Aecker) 0,52 Tagwerk  /  178 ar 
  • Plan-Nummer 2403: allda                     „                      0,49 Tagwerk  /  167 ar
  •                                    Unleserlich                                  1,01 Tagwerk  /  345 ar
  •                                    Unleserlich                                  1,98 Tagwerk  / 674 ar
  • Gesammtbesitz: 2,99 Tagwerk (ca. 1,019 Hektar)

Zweiter Abschnitt (II. Quartal 1881) – Verkauf an Franz und Margaretha Groh

Dieser Eintrag korrespondiert mit dem „Abgang“-Vermerk auf dem vorherigen Deckblatt.

SpalteInhalt
VorgangAbgang
GegenstandPl. Nr. 1941 & 1942    0,99 Tagwerk  /  337 ar
Vortrag der Erwerbs-TitelU. W. H. No 3194 laut Urkunde vom 14. Mai 1881 an Groh Franz u. Margaretha Bes. No 759 in Erlangen verkauft.
VerbleibVerbleibt 2,00 Tagwerk  / 682 ar

Dritter Abschnitt (IV. Quartal 1890) – Abgang an die Stadt

Hier wird ein weiterer Flächenverlust dokumentiert, diesmal an die Kommune.

SpalteInhalt
VorgangAbgang
GegenstandPl. No 2103 & 2403
Vortrag der Erwerbs-TitelLt. B. B. No 5557 u. wegen(?) des Stadtmagistrats Erlangen vom 19. Novbr. 1890 nach den Protokollen dess. Stadtmagistrats als Distriktverwaltungsbehörde vom 3. Septbr. 1890 u. 16. Oktbr. 1890 an die Militärverwaltung 560 ha abgegeben.
VerbleibVerbleibt 0,99 (Tagwerk)   /  337 ar

Vierter Abschnitt beschreibt das Haus auf Flurstück 742 (Seite 3)

Plan Nr. 742   Gebäude
Wohnhaus, Werkstätte, Waschküche, gemeinschaftlicher Brunnen und Hofraum
0.06 Tagwerk  /  20 ar

Zusammenfassung

  • Flurstücke 1941 und 1942 verkauft:
    Georg Hanibal Savini und seine Ehefrau Katharina verkauften 1881 diese Teile ihres Ackerbesitzes an das Ehepaar Franz und Margaretha Groh (Besitzer Nr. 759).
  • Flurstücke 2103 und 2403:
    Abgabe wegen militärischer Nutzung. 1890 wurde ein Teil der Flächen (560 ha) über die Stadt Erlangen an die Militärverwaltung abgegeben. Diese Flurstücke der Savinis waren davon betroffen.
  • Unklar:
    Die verbleibenden 0,99 Tagwerk oder 337 ar sind vermutlich ebenfalls landwirtschaftliche Flächen. Es gibt aber keinen Hinweis auf die Lage.
  • Haus 767:
    auf dem Flurstück 742 wird als Wohnhaus und Werkstätte beim Besitz aufgeführt
  • Flächenmaß:
    Die Dokumentation nutzt sowohl die alte bayerische Einheit Tagwerk als auch bereits die metrischen Hektar/Ar.

Bis 1881 hatten sie noch 2,99 Tagwerk Ackerflächen. Danach nur noch 2/3 der Fläche. 9 Jahre später wurden ihnen wieder ein Drittel genommen, so daß ihnen nun noch 0,99 Tagwerk verblieben. Ob der Schlosser-Haushalt zu der Zeit die Flächen zur Selbstversorgung noch brauchte ist unklar. Tiere scheine sie nicht mehr zu haben: Der frühere Schweinestall auf dem Hof wird nicht mehr erwähnt.

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