In diesem Jahr möchte Herr Savini einen sogenannten „russischen Kamin“ (einen speziellen, damals modernen Schornsteintyp) in sein Wohn- und Arbeitshaus einbauen. Auch diese Unterlagen stammen aus dem Erlanger Stadtarchiv.



Hier ist die Transkription der drei Seiten sowie der begleitenden Notizen:
Das Baugesuch, der Bauplan
Der Bau-Antrag fehlt leider in den Unterlagen. Der Plan ist aber vorhanden.
Dieser Plan zeigt den technischen Aufbau des Kamins im Gebäude:
- Oben: Ein Querschnitt durch das Gebäude.
- Mitte: Ein Grundriss der Werkstatt mit der Position des neuen Kamins.
- Beschriftung:
Plan über Änderung eines Kamins für H. Gg. H. Savini, Schlossermeister, Hauptstraße No 109.
P. Bauer, Maurermeister
Der Beschluss
Feuerbeschluss
I. Der Bauplan von Schlossermeister G. Savini über Erbauung eines russischen Kamines wird genehmigt unter der Bedingung, daß der Kamin auf 0,15 m starke eiserne Träger aufgesetzt wird mit einer entsprechenden eisernen Platte. Im Übrigen sind alle Bestimmungen der Bauordnung vom 19. Sept. 1881 genau einzuhalten. Das Planduplikat folgt zurück.
II. Ausfertigung für (?)
III. Hr. (?)
IV. Der Polizeimannschaft zur Kenntnis. Der Mannschaft bekannt gegeben Strensel Polizeiwachtmeister.
V. In das das Baubüro zur Vollzugscontrolle
Erlangen den 18. Februar 1886.
Stadtmagistrat (Unterschrift)
Vermerk:
Die richtige Ausführung umstehend genannter Baureparatur bestätigt.
Erlangen den 28. Mai 1886. Löhner (Bauinspektor)
ad acta Erlangen, 28. Mai 1886. Stadtmagistrat (Unterschrift)
Zusammenfassung
Ein russischer Kamin war offenbar ein recht enger Kamin, der mehr Zug ermöglichte, als die wohl üblichen weiten Kamine. Der warme Rauch sollte also schneller abziehen. Hier ein anderer Bereicht dazu.
Der hier beschriebene Kamin ist noch heute an der Stelle – aber nicht mehr in Betrieb. Wenn der erst 1886 eingebaut wurde, dann gab es bis dahin wohl nur den auch heute noch vorhandenen Kamin an der Seite zum Nachbarhaus, wo die nicht genehmigte Küche im Erdgeschoß 1871 bei den Nachbarn Anstoß erregte. Damit konnte damals wohl nur die linke Seite des Hauses beheizt werden. Die rechte Seite blieb im Winter kalt.


