1911 wird Georg Hannibal Savini Privatier – bis 1924

Gerade hat Sebastian Hanibal Savini das Haus samt der Schlosser-Werkstatt von Georg Hannibal und Katharina Margaretha Savini für 20.000 Mark abgekauft. Darin waren 3000 Mark für Inventar enthalten, vermutlich für die Ausstattung der Schlosserei.

Sebastian Hannibal ist wirklich der Sohn von Georg Hannibal und Katharina Margaretha. Das geht aus diesem Militärdokument aus dem ersten Weltkrieg hervor:

Danach war Sebastian Hannibal Savini vom 21.2.1917 bis zum 7.9.1918 im Kriegsdienst. Sein Geburtsdatum ist mit 19.12.1873 angegeben. Und als seine Eltern sind Georg Hannibal und Margaretha Savini aufgeführt. Sebastian war lt diesem Eintrag auch mit Eva geb. Danzenberger verheiratet und hatte 1 Kind.

Georg Hannibal Savini also sein Schlossergeschäft also an seinen 48 jährigen Sohn verkauft. Aus anderen Quellen wissen wir, dass Georg Hannibal Savini vom 1.4.1839 bis zum 7.3.1924 in Erlangen lebte. Er war also 73 Jahre alt, als er sein Geschäft aufgab.

Im Erlanger Adressbuch findet sich 1913 unter Hauptstraße 109 folgende Einträge unter Savini:

Da steht Hanibal als Privatier in der Hauptstr. 109, und ganz unten Sebastian als Schlossermeister in der Hauptstr. 109. (Mit Hanibal, der übrigens mal mit einem und mal mit zwei n geschrieben wird, ist Georg Hanibal Savini gemeint.) So steht es auch noch einmal im Erlanger Adressbuch von 1920.

Von 1911 bis 1924 konnte der Vater Georg Hanibal bis zum 84. Lebensjahr sein Leben als Privatier genießen. Das galt dann sicher auch für seine Frau, Margaretha Katharina, die am 11.12.1921 in Erlangen mit 75 Jahren verstorben ist.

Damit erklärt sich auch der Verkauf des Hauses an seinen Sohn, der das Haus später wohl geerbt hätte. Georg Hanibal und Margaretha wollten sich mit dem Geld ihren Lebensunterhalt als Privatiers sichern. Und der Sohn Sebastian konnte sicher sein, später die Erbschaft nicht mit Geschwistern teilen zu müssen.

Von mindestens einem weiteren Sohn, dem Johan Paul Hanibal Savini, Oberlokomotivführer, wissen wir aus diesem Ahnenpaß:

Erkenntnisse

Es scheint so, als wären die beiden Schlossermeister Georg Hanibal (Vater) und Sebastian Hanibal Savini (Sohn) erfolgreiche Geschäftsleute gewesen. Das Privatiers-Leben konnten sich damals nicht viele leisten. Und Sebastian Hanibal musste die 20.000 Mark ja irgendwie aufbringen können. Vorstellbare Vergleiche sind zwar immer schwierig, aber bis 1914 war die Mark vollständig mit Gold gedeckt. Das heißt, 1 Mark entsprach genau 1/2790 kg Gold. Für die 20.000 Mark hätte man sich damals also auch 7,168 kg Gold kaufen können! (Die gleiche Menge Gold würde heute rund 920.000 € kosten.)
Das Arbeitseinkommen eines Arbeiters lag damals bei etwa 1500 Mark. Wer da 20.000 Mark übrig hatte, gehörte sicher nicht zu den Armen der Stadt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert