1959 Das ganze Haus mietet das Kaufhaus Heka

Dr. Gertrud Savini scheint aus der Hauptstr. 109 ausgezogen zu sein. Sie hat wohl geheiratet, und ist mit ihrem Mann nach Hamburg gezogen.

Ein Erlanger hat berichtet:

Fräulein Dr. Savigny hat ca 1957 geheiratet und lebte mit ihrem Ehemann, meiner Erinnerung nach Theologie-Professor, in einem sehr schönen Haus in Hamburg an der Außenalster. Wir waren ein paar junge Erlanger, damals auch in Hamburg, und waren einmal zum Kaffee bei ihr eingeladen. Es war eine „späte“ Ehe, der Theologe wohnte als Student im Elternhaus Savini, in der Erlanger Altstadt, kam später zu Besuch und fragte die Studienrätin Savini nach ihrem Ehenamen. Als sie sagte, sie hieße immer noch Savini, war seine Antwort: „das können wir ändern“. Und so entstand das junge, späte Glück. Von ihr so erzählt ca. 1959.“

Dr. Savini vermietet an die Heka

Als Eigentümerin hat sie sich bemüht, das Haus in Erlangen zu vermieten. Sie ist einig geworden mit Karl Rudi Müller, persönlich haftender Gesellschafter der August Hennig Kaufhaus Heka Kommanditgesellschaft mit Sitz in Erlangen, Hauptstr. 21-23.

Quelle: Grundbuchamt Erlangen

Bei eine Notartermin am 3. März 1959 hat Dr. Gertud Savini einen Mietvertrag mit im Grundbuch einzutragendem Vorkaufsrecht mit der Firma August Hennig Kaufhaus Heka geschlossen.
Das Vorkaufsrecht – und vermutlich der auch der Mietvertrag – wurde 1967 aufgehoben. Acht Jahre lang war das Haus Teil der Erlanger Heka, aber wohl eher ein Wohn- und Bürohaus, und nicht Kaufhaus mit Publikumsverkehr. Leider ist mir nichts über die tatsächliche Nutzung hier bekannt.

Das allen alten Erlangern bekannte Kaufhaus Heka entstand 1961 in einem Neubau am Hugenottenplatz Ecke Einhornstraße. Heka Kaufhäuser gab es auch in einigen umliegenden Orten, wie Herzogenaurach und Nürnberg. 1998 musste Heka wegen Insolvenz schließen.

Weitere Bewohner 1962

Im Erlanger Adressbuch von 1962 werden diese Namen unter Hauptstr. 109 aufgeführt:

Dr. Gertud Pagel-Savini ist als Besitzerin noch aufgeführt – sogar mit einer erreichbaren Adresse. Möglicherweise war Ludwig Ertl als Kraftfahrer ein Heka-Beschäftigter, dem eine Wohnung vermietet wurde. Und die zweite Wohnung hat offensichtlich der Polizeihauptwachtmeister Gerhard Keller gemietet.

(Leider steht erst wieder 1967 ein Erlanger Adressbuch zur Verfügung.)

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