1969 Ausbau des Dachgeschosses

Die Druckerei ist seit wenigen Monaten eingerichtet. Josef Hogl – jetzt erstmals als Buchdruckermeister bezeichnet – stellt schon am 21.11.67 einen Bauantrag für den „Ausbau des Dachgeschosses“. Der Architekt Kurt Zachhuber schätzt die Baukosten in dem Antrag auf 40.000 DM. Dabei soll im Dachgeschoß eine zusätzliche Wohnung mit 72,82 m² Wohnfläche entstehen. Diesmal kam die Baugenehmigung nicht ganz so schnell: Am 24.4.1968 – also 5 Monate später – wurde der Antrag mit ein paar Auflagen genehmigt.

Das Haus hatte über dem 1. OG ein sehr hohes ungenutztes Dachgeschoß, das sich geradezu anbot für einen Ausbau. Heute ist über der Dachgeschoß-Wohnung immer noch ein großer Dachboden vorhanden.

Der Plan für die Dachgeschoß-Wohnung mit 3 Zimmern. Quelle: Erlanger Stadtarchiv
In der Seitenansicht links ist das bis dahin große Dachgeschoss gut zu erkennen. Quelle: Erlanger Stadtarchiv.

Bauseitige Verzögerung

Am 19. Mai stellt der Architekt Kurt Tempel einen Antrag auf Verlängerung der Baugenehmigung „um mindestens 1 Jahr“. Irgendwie kann man verstehen, wenn eine weitere große Baustelle im Haus den offensichtlich gerade erst gestarteten Druckerei-Besitzer zu sehr fordert. Aber vielleicht gab es auch andere Gründe für die Verzögerung. Am 10. August 1970 erfolgt der Baubeginn lt. Baubeginnanzeige. Und am 13.1.1971 wird die Schlussabnahme für den Dachausbau beim Bauaufsichtsamt von Josef Hogl beantragt. Diese wieder erhebliche Baumaßnahme war also in nur 5 Monaten vollendet. Dis Schlussabnahme verlief ohne Beanstandungen. Die neue Dachgeschoß-Wohnung konnte im Januar 1971 bezogen werden.

Erkenntnisse

Erstmal Hochachtung vor dem Bauherrn Josef Hogl! In so kurzer Zeit soviel Umbau zu stemmen, und dabei noch sein Druckerei-Geschäft aufzubauen, das klingt nach Disziplin und Macher-Geist.
Ich weiß nicht, wann die Familie in das Haus eingezogen ist. Allein der Dachgeschoß-Ausbau erforderte ja massive Eingriffe in die Wohnung im 1. OG. Die Treppe ins Dachgeschoß lag vorher an der Wand zum Haus 107. Dort ist nun das Bad im 1. OG, und die neue Treppe geht vom Flur nach oben. Außerdem wurde bei der Gelegenheit auch die gesamte Elektro-Installation im Haus erneuert. Schließlich sollten im Dachgechoß Elektro-Speicher-Öfen eingesetzt werden. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man in der Zeit im Haus wohnen konnte.

Dem Haus hat seine Sanierung jedenfalls gut getan. Ein Nebeneffekt: Auf dem Flachdach des Anbaus im Hof ist damit eine etwa 60 m² große begehbare Dachterasse im 1. Stock entstanden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert