Balkonkraftwerk erzeugt rund 50 % unseres Stromverbrauchs

Erst seit September 2025 ist unsere Balkonsolaranlage so richtig in Betrieb. Es fehlen also noch 2 Monate für die Ganzjahresbetrachtung. Aber eine Hochrechnung zeigt jetzt schon, dass wir etwa 47 % des Jahresstromverbrauchs für unsere Wohnung mit der Balkonsolaranlage selbst erzeugt haben werden.

Vier 500 W-Solarmodule mit Batterie-Speicher

Die vier Solarmodule sind senkrecht montiert und schauen nach Süden. Die sind damit für den Winter optimiert, nicht für den Sommer, wo Strom ohnehin im Überfluss erzeugt wird. Anordnung und Montage habe ich hier beschrieben.

Bis zum März 2026 wurden nach und nach 3 Akkus mit je 1,92 kWh Kapazität installiert. Die jetzt 5,76 KWh Speicherkapazität sind ein wenig mehr als meistens nutzbar. Zwei Akkus davon hätten auch genügt. Ich habe mich von den guten Werten im März verleiten lassen, siehe hier.

Senkrechte Module: Im Winter mittags 60% mehr Leistung

Das der Unterschied so groß werden wird, habe ich nicht erwartet. Die beste Stromausbeute liefern Solarmodule nur bei senkrecht auftreffender Einstrahlung. Trifft die Sonne schräg auf das Modul, trifft der gleiche Lichtkegel eine größere Fläche, in der das Modul nur noch ein Teil ist. Außerdem wird schräg einfallendes Licht auch teilweise an der Moduloberfläche reflektiert, der Teil dringt also gar nicht zu den Silizium-Zellen durch.

Mittags steht die Sonne im Winter ziemlich tief. Der Einfallwinkel liegt hier in Erlangen am 21.12. bei 17 Grad, trifft also unsere senkrechten Module nah am Optimum. Im Sommer steht die Sonne mittags sehr viel höher. Bei uns hat sie dann einen Einfallswinkel von 64 Grad am 21.6. Das ist eine sehr ungünstige Einstrahlung für senkrechte Solarmodule. Dafür sind die Tage im Sommerhalbjahr sehr viel länger.

Durch die hoch stehende Sonne im Sommer, bringen die senkrecht angeordneten 500 W-Module mittags soger weniger als die halbe mögliche Leistung. (Im Winter erreichen die gleichen senkrecht angeordneten Module mittags maximal 400 W bei vollem Sonnenschein.)

Unsere Modul-Leistungsspitzen im Winter- Sommervergleich

Der Vergeleich kann nur an einem Tag erfolgen, an dem der Himmel mittags klar ist. Für die Messung zur Winter-Sonnenwende am 21. Dezember. muss deshalb der 11. Januar herhalten. Und für die Sommersonnenwende am 21.Juni. ist der 24. Juni der gewählte Ersatztag.

Man kann deutlich sehen, dass es im Winter zu einem Spitzenwert von 1,6 kW kommt, und im Sommer wird nicht mal 1 kW mittags erreicht. Da die Sonne aber im Sommer viel länger scheint, ist die Tagesausbeute in kWh trotzdem besser (hier 5,78 kWh).

Wolkenreiche Tage mindern Ertrag drastisch

Der 14. April (linkes Bild) war den ganzen Tag bewölkt. Entsprechend niedrig war die Tagesausbeute mit nur 0,411 kWh. Blauer Himmel am 22. April und die Tageserzeugung steigt auf 7,81 kWh!
Die höchste Tagesausbeute bei wolkenlosem Himmel im April liegt bei knapp 8 kWh. Die höchste Tagesausbeute bei gleichen Bedingungen liegt bei uns im Juni bei knapp 6 kWh.
Schon ein wenig diesige Luft bringt deutliche Ertragseinbußen. Und natürlich jede, auch nur teilweise Abschattung, wie dieses Bild zeigt:

April und März sind bei unserer senkrechten Anordnung die Monate mit dem höchsten Ertrag – wenn die Sonne scheint! Auch August und September müssten einen ebenso hohen Ertrag liefern.

Energieausbeute in kWh seit September 2025

September 2025           107 kWh
Oktober 2025                71 kWh
November 2025            47 kWh
Dezember 2025            41 kWh
Januar 2026                  63 kWh
Februar 2026                45 kWh
März 2026                    150 kWh
April 2026                     150 kWh
Mai 2026                      137 kWh
Juni 2026                      132 kWh
Geschätzte Werte für die kommenden 2 Monate (wegen Sonnenstand vergleichbar mit Mai und April):
Juli 2026                       137 kWh
August 2026                 150 kWh

(Akku-Kapazität: September bis Februar: 3,84 kWh, ab März: 5,8 kWh)

12-Monatssumme:       1230 kWh selbst erzeugter Solarstrom (voraussichtlich)

Anteil an unserem Haushaltsstromverbrauch

Im Durchschnitt der letzten 3 Jahre haben wir 2.600 kWh Strom pro Jahr von unseren Energieversorger bezogen. Das Balkonkraftwerk liefert uns mit 1230 kWh daon 47% aus eigener Stromproduktion. Eine Netzeinspeisung findet durch die hohe Akku-Kapazität nicht mehr statt. Wir verbrauchen also den gesamten Solarstrom selber.

Fazit

Die Optimierung für den Winterbetrieb war richtig. Sonst wäre der Ertrag in den Wintermonaten kaum der Rede wert. Da die Sonne im Sommer länger und öfter scheint, ist der Sommer-Nachteil der senkrechten Ausrichtung ein wenig kompensiert.
Übrigens: Ganz „Winteroptimal“ wäre eine 73 Grad Anbringung. Aus optischen Gründen haben wir uns dann aber für die senkrechte 90 Grad-Anbringung entschieden.

Die ertragsstärksten Monate bei unserer Ausrichtung sind nun März und April – und künftig vermutlich September und Oktober. Das hängt natürlich immer von der jeweiligen Wetterlage ab.

Möglicherweise hätte uns auch eine Akku-Kapzität von rund 4 kWh genügt. Die jetzt fast 6 kWh ereichen nur an ganz wenigen Tagen iher volle Ladung von 90%. Das hängt wieder von dem täglichen Verbrauch des Haushaltsstroms ab, der ja bis zu 800 W auch schon tagsüber direkt aus dem Balkonkraftwerk entnommen wird. Im Urlaub werden die Akkus immer voll.

Die Akku-Kapazität ist nicht die nutzbare Kapazität! Für ein langes Akku-Leben darf man sie nie ganz leer fahren. Bei 20% Restkapazität soll man mit dem Entladen aufhören. Und ganz voll sollen Akkus auch nicht geladen werden: Bei 90 % soll man aufhören. Damit liegt die nutzbare Akku-Kapzität nur bei 70% von der angegebenen. In unserem Falle mit 3 x 1,92 kWh, beträgt die Nutzkapazität tatsächlich nur 4,0 kWh.

Das Abschalten des Balkonkraftwerkes im Urlaub war ein Fehler. Ich wollte im letzten August den Solarmodulen in der Sonne ein zusätzliches Aufheizen durch den fließenden Strom ersparen, und habe deshalb während unserer Reise alles abgeschaltet. Das bewirkte das Gegenteil: Die dunklen Solarmodule nehmen die auftreffende Sonnenenergie immer vollständig auf, und müssen sie irgendwie wieder loswerden. Im Normalbetrieb können sie rund 20 % davon als Elektro-Energie loswerden. Die restlichen 80% werden in Wärme umgesetzt. Wenn also kein Strom fließen kann, dann werden 100% der Sonnenenergie in Wärme verwandelt!

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